Wir brauchen Nachhaltige Landwirtschaft!

Im Rahmen der JU Oberhavel-Nord-Tour (1. bis 2. August 2020) besuchte ich die Agrar GmbH Bergsdorf (Bergsdorfer Wiesenrind), ein Bauernhof in der Nähe der Stadt Zehdenick, mit Fokus auf konventioneller Landwirtschaft.

Herr Lehmann – Inhaber und Geschäftsführer der Agrar GmbH Bergsdorf – führte uns nicht nur über seinen Betriebsgelände, sondern beantwortete in einer Frage-Antwort-Runde auch alle unsere Fragen rund um seinen Bauernhof und die Situation der Landwirtschaft in Brandenburg. Dabei wurden einige wichtige Punkte thematisiert.

So erläuterte uns Herr Lehmann seine Ideen, die bei sukzessiver Umsetzung eine flächendeckende, nachhaltige Landwirtschaft in Europa durchaus ermöglichen würden. Einige dieser Ansätze möchte ich Euch nachfolgend auflisten:

Ansatz 1:
Lebendtiere sollten europaweit max. in einem Umkreis von 80 km transportiert werden.

Ansatz 2:
Die Einführung eines Mindestpreises wäre sinnvoll, jedoch nur für die Schlacht- und Bauernhöfe selbst, nicht für den Handel.

Ansatz 3:
Werksverträge in der Landwirtschaft sollten verboten, der Mindestlohn durchgesetzt werden.

Ansatz 4:
Kleine, regionale Schlacht- und Bauernhöfe sollten stärker gefördert werden.

Ansatz 5:
In den Schulen sollte eine Reformierung des bestehenden Unterrichtsstoffes, im Bereich Ernährung und Landwirtschaft angestrebt werden. Dieser ist aktuell nicht nur oft fachlich falsch, sondern vermittelt zudem falsche „Bilder“.

Ansatz 6:
Ökologische Landwirtschaft allein, kann nicht die Lösung sein, da man mit ihr niemals 100% der Nahrungsmittelversorgung sicherstellen kann. Mit den richtigen Anreizen ist auch die konventionelle Landwirtschaft in der Lage, Tieren lebenswerte Bedingungen zu bieten. Daher sollte ein ausgewogener Mix aus ökologischer und konventioneller Landwirtschaft angestrebt werden.

Einen Besuch der Agrar GmbH Bergsdorf (Bergsdorfer Wiesenrind) kann ich nur empfehlen! (auch allen Vegetarier*innen und Veganer*innen) Dieser Brandenburger Landwirtschaftsbetrieb ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch die konventionelle Landwirtschaft in der Lage ist, dass Wohl der Tiere in den Vordergrund zu stellen.

Ich bin davon überzeugt, dass ein Umdenken in der Landwirtschaftspolitik stattfinden muss und das vor allem auf Europäischer Ebene. Kleine Landwirtschaftsbetriebe müssen viel stärker gefördert und unterstützt werden.

Bergsdorfer Wiesenrind:
https://www.agrar-bergsdorf.de/

gez. Marcel Ruffert

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