Welche Positionen vertritt die CDU-Velten für das Entwicklungsgebiet „Nauener Straße“ und für das Städtewachstum allgemein?

Rathaus der Stadt Velten

Mit unserer Beschlussvorlage Nummer 2019/139 (Evaluierung eines gemeinsamen weiteren Vorgehens im Beschluss 2019/121 „Grundsatzbeschluss zur Steuerung des Städtewachstums“) streben wir eine Kompromissfindung im Streit um das Entwicklungsgebiet „Nauener Straße“ und dem damit verbundenen Bau-Moratorium an. Doch wie stellt sich die CDU Velten die Entwicklung an der Nauener Straße vor? Und welche Position vertritt die CDU Velten für das weitere Wachstum in der Stadt Velten? Diese Fragen möchten wir nachfolgend klären, dabei sollen unsere Positionen als unsere Grundlage für weitere Gespräche und Kompromisse dienen.

Welche Positionen vertritt die CDU Velten für das Entwicklungsgebiet „Nauener Straße“?

Für das städtebauliche Entwicklungsgebiet „Nauener Straße“ vertreten der CDU Stadtverband Velten und die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Velten, folgende Positionen:

  • Im gesamten Entwicklungsgebiet sollen max. 700 Wohneinheiten errichtet werden.
  • Die REG-Velten mbH soll 20% ihrer im Entwicklungsgebiet geplanten Wohneinheiten speziell als Bezahlbaren Wohnraum konzipieren.
  • Auf jedem Mehrfamilienhaus sind nach Möglichkeit Photovoltaikanlagen zu installieren.
  • Im gesamten Entwicklungsgebiet ist neben der bereits geplanten Parkanlage eine weitere Parkanlage zu konzipieren.
  • Alle Straßen im Entwicklungsgebiet sind als doppelseitige Alleen zu konzipieren. Die entsprechenden Konzepte und Planungen sind dementsprechend anzupassen.
  • Für jede im Entwicklungsgebiet errichtete Wohneinheit sind mind. 2 Bäume im Entwicklungsgebiet zu pflanzen.
  • Das gesamte Entwicklungsgebiet ist in 4 Etappen zu entwickeln.
  • In der Gestaltung sämtlicher Gebäude ist ein traditioneller Architekturstil zu bevorzugen.
  • Sollte sich im Laufe des Planungsprozesses herausstellen, dass neben der bereits geplanten Kita eine weitere Kita notwendig wird, ist diese als Multifunktionsgebäude in Verbindung mit einem Seniorenheim zu konzipieren.
  • Innerhalb des Entwicklungsgebietes soll ein neues Bürgerhaus / Gemeindezentrum / Generationenhaus gebaut werden, nach Möglichkeit an der Ecke Nauener Straße / Rosa-Luxemburg-Straße.

Wieso vertritt die CDU Velten diese Positionen für das Entwicklungsgebiet an der Nauener Straße?

Die CDU Velten hat sich 2019 in ihrem Wahlprogramm einer nachhaltigen Stadtentwicklung verpflichtet. Zu einer nachhaltigen Entwicklung gehört ein Gleichgewicht aus ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten, dies gilt sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik und Stadtentwicklung. Mit unseren Positionen wollen wir diesem Dreiklang an Aspekten Rechnung tragen. Darüber hinaus sind wir der Meinung das ein Gebiet wie, das an der Nauener Straße möglichst sorgfältig zu entwickeln ist, da die Planung und Entwicklung eines komplett neuen Stadtteils das Gesicht unserer Stadt auf Jahrzehnte hin prägen wird.

Wie stellt sich die CDU Velten das weitere Städtewachstum in Velten vor?

Die Stadt Velten hat mit Stand 2020 ca. 12.500 Einwohner, der CDU Stadtverband Velten und die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Velten sind der Meinung, dass ein jährliches Wachstum von 150 bis 250 Einwohnern eine gute Orientierungs-/Wachstumsgröße darstellt, so dass es bis 2040 ein Wachstum von ca. 4.000 Einwohnern geben kann und 2040 ca. 16.500 Menschen in Velten leben. Von 2040 bis 2050 halten wir ein weiteres Wachstum von 1.500 Einwohnern für realistisch, so dass Velten 2050 schließlich 18.000 Menschen eine Heimatstadt bietet. Dennoch sollte jedes weitere Städtewachstum an nachhaltige Bedingungen geknüpft sein. Einige unserer Ansätze wären hier beispielsweise:

  • Die Pflanzung von mindestens 2 Bäumen pro Wohneinheit.
  • Die Prüfung der Installation von Photovoltaikanlagen bei Geschosswohnungsbau.
  • Ein fester Prozentsatz an Bezahlbarem Wohnraum bei jedem größeren Bauprojekt.
  • Die Bevorzugung eines traditionellen Architekturstils bei der Gebäudegestaltung.

Was sagen die aktuellen städtischen Konzepte zum weiteren Städtewachstum?

Hier als Beispiel das Fazit von Seite 38 aus der Fortschreibung des INSEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) von 2015:

„FAZIT: Zieht man die kleinteiligen Nachverdichtungspotenziale im Bestand hinzu und geht zudem von gemischten Wohnformen (Geschosswohnungsbau, Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser usw.) auf dafür geeigneten Potenzialflächen aus, liegen die Wohnbaupotenziale in Velten bei insgesamt rund 2.000 Wohneinheiten. Bei einer angenommenen Belegungsdichte von 2,35 EW pro WE (Zuzug junger Familien) ergäbe sich ein potenzieller Einwohnerzuwachs von rund 4.700 Einwohnern. Das entspräche, mit den derzeit darstellbaren Wohnbaupotenzialen, einem Bevölkerungsentwicklungskorridor bis 2025 von 14.000 bis 16.500 Einwohnern.“

Da wir bereits das Jahr 2021 schreiben und die aktuelle Bevölkerungszahl von Velten bei ca. 12.500 Einwohnern liegt, wäre das im Maximum ein Wachstum von 1.000 Einwohnern pro Jahr, bis 2025. Das ist in der Kürze der Zeit nicht realisierbar, jedoch bietet die Größe von 16.500 Einwohnern eine gute Orientierung auf der weitere Planungen aufbauen können. Darüber hinaus bleibt auch das Wohnbaupotenzial keine starre Größe, sondern entwickelt sich. So bietet auch die Möglichkeit der Umwandlung von bestimmen Flächen in Bauland eine Option.

Wieso halten wir eine Wachstumsrate von 150 bis 250 Einwohnern pro Jahr für richtig?

Das in der Fortschreibung des INSEK von 2015 anvisierte Wachstum von 4.700 Einwohnern innerhalb von 10 Jahren (2015 bis 2025) und einem sich daraus ergebenden jährlichem Wachstum von 470 Einwohnern, halten wir für sehr ambitioniert – weshalb wir uns für eine Halbierung des Wachstums entschieden haben. Ein jährliches Wachstum von 150 bis 250 Einwohnern halten wir für gesund. Ein noch geringeres jährliches Wachstum würde unserer Meinung nach, die weitere Stadtentwicklung lähmen.

Warum haben wir Anfang 2020 dem Bau-Moratorium zugestimmt?

Die damaligen Ansätze zur Entwicklung des Gebietes an der Nauener Straße hielten wir für zu ambitioniert und befürchteten eine Entwicklung entgegen unserer Grundsätze. Darüber hinaus gab es viele Fragen unsererseits, die noch nicht ausreichend beantwortet waren. Mittlerweile konnten einige Fragen geklärt und einige Befürchtungen abgebaut werden, was wir sehr begrüßen. Für alle noch offenen Fragen unsererseits, arbeitet die CDU Velten gerade einen Fragenkatalog aus.

Wieso stellen wir jetzt einen Beschlussantrag zur Kompromissfindung für das Bau-Moratorium?

Das Jahr 2020 war überwiegend durch heftigen Streit in der Stadtverordnetenversammlung geprägt, ein Grund dafür ist der damals gefasste Beschluss über das Bau-Moratorium. Seit dem haben sich die „Fronten weiter verhärtet“ und Kompromisse lassen sich immer schwerer finden. So kann und darf es 2021 nicht weitergehen! Die Findung von Kompromissen muss immer im Zentrum der Arbeit der Stadtverordnetenversammlung stehen! Das Jahr 2021 sollte daher unter den Leitbildern der Kompromissfindung und Deeskalation stehen. Wir werden versuchen unser Bestes zu tun um dazu beizutragen – unser Beschlussantrag zur Kompromissfindung für das Bau-Moratorium soll unter anderem dazu einen Beitrag leisten.

Downloads und Verweise

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gez. Marcel Ruffert
Vorsitzender des CDU Stadtverbandes Velten
Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Velten

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